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Brasilienbriefe
2007
Politik in Coroatá*** - nur online
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Der Korruptionsverdacht in der Stadtverwaltung von Coroatá war so offensichtlich geworden, dass der Bischof dem Bürgermeister mit Hilfe eingeweihter Leute, die ihm die Daten lieferten, einen ernsten Brief schreiben musste: So dürfe es nicht weitergehen; er könne unter diesen Umständen in Zukunft nicht mehr mit dem Schweigen der Kirche rechnen. Zwei Wochen später hat er tatsächlich sein Kabinett in den korruptionsbefallenen Ressorts Schule, Landwirtschaft und Öffentlichkeitsarbeit mit neuen Leuten besetzt. Dem leitenden Arzt des städtischen Krankenhauses, der seine Verwaltung nicht im Griff hatte, wurde eine fähige Fachkraft zur Seite gegeben. In diesen Personalfragen ließ sich der Bürgermeister von uns nahe stehenden Leuten beraten. Durch sein Eingreifen hat er zunächst stark an Prestige und Achtung vor den Mitarbeitern gewonnen, die daraufhin ihrerseits besser arbeiteten. Leider ist die Wirkung der Kabinettsumbildung noch nicht durchschlagend. Noch besteht Hoffnung, jedoch nicht mehr bei allen. Keiner der Korrupten wurde zur Rechenschaft gezogen; es kämpft auch niemand darum. Der Bürgermeister will es eben mit keinem verderben. Bischof Reinhard Zurück zum Inhaltsverzeichnis des Brasilienbriefs 2007 *** So gekennzeichnete Artikel unterscheiden sich in der Online-Ausgabe von der Print-Ausgabe! |



