Brief von Dom Sebastião (Advent 2011)
Es ist mir eine Freude, mich durch den Brasilienbrief an Sie wenden zu können. Seit nun mehr als 30 Jahren verbindet er Freunde und Mitarbeiter von Dom Reinaldo und die Gemeinden, wo er früher tätig war. Dank der großzügigen Unterstützung von Familienangehörigen und Freunden und Ihrer Mitwirkung lebt sein Werk fort und wird weiter bestehen. Nachdem Dom Reinaldo ins große Ostern heimgegangen ist, war ich oft mit unseren Priestern zusammen. Wir überlegten, wie es in unserer Kirche jetzt weiter geht. Wir haben entschieden, ohne Bruch mit dem fortzufahren, was in diesen vielen Jahren aufgebaut wurde. Ich habe gemerkt, dass unsere Kirche vieles von dem widerspiegelt, was die ersten christlichen Gemeinden auszeichnete, und dass sie voll übereinstimmt mit der Lateinamerikanischen Kirche, die die Option vollzogen hat für die Armen, die jungen Menschen und die ganzheitliche Suche nach Befreiung. Wir haben auch überdacht, wie wir unseren Unterhalt bestreiten können: Dass der Beitrag unserer Gemeindemitglieder immer größeres Gewicht bekommen muss, dass unsere Gemeinden und Pfarreien miteinander teilen müssen und wir weiter nach ergänzenden Möglichkeiten Ausschau halten müssen, wie wir unsere Aufgaben und Projekte wirtschaftlich unterhalten können. Einige Fortschritte haben wir schon erzielt. Fünf neue Priester wurden unserer Diözese geschenkt: Drei als Früchte unseres eigenen Seminars, zwei weitere kamen uns in der Seelsorge zu helfen. Große Freude war für uns die Jugendarbeit. Im Juli kamen fünfhundert Jugendliche aus ganz Maranhão bei uns zusammen, um sich zu rüsten, für andere Jugendliche Botschafter des Evangeliums zu werden. So haben wir den Weltjugendtag zu leben versucht. Die Diözese Limburg hat uns geholfen, dass drei Jugendliche und einer unserer Priester nach Madrid reisen konnten, um sich auf den nächsten Weltjugendtag vorzubereiten, der ja in Brasilien stattfinden soll. Es hat uns gestärkt, dass in mehreren Landkonflikten, dank des Widerstandes der Landarbeiter, vor allem der Frauen, und Unterstützung durch die Diözese, die Vertreibung von Familien verhindert und die juristische Unterstützung der Staatsorgane für die Ärmsten der Armen erreicht werden konnten. Leider gehen die Konflikte an anderen Orten weiter; aber wir haben jetzt mehr Mut, in dieser Richtung fortzufahren. Dabei hat uns geholfen, dass wir unsere Kommunikationsmittel verbessern und erweitern konnten. Wir konnten dieses Jahr täglich von Montag bis Freitag eine Nachrichtensendung über Fernsehen ausstrahlen und mit unserem eigenen Radiosender über Internet mit nur geringen Kosten sogar bis zu Ihnen gelangen. Sehr fruchtbar war meine Besuchsreise im Oktober, über die an anderer Stelle mein Übersetzer Godehard Pünder berichtet. Ich bin sicher, dass wir auch künftig nicht alleine sind und wir mit Ihrer Hilfe noch viel mehr helfen können, dass sich - in der Kraft des Glaubens - das Leben der Menschen würdiger gestaltet. Denn trotz unserer Anstrengungen ändern sich die Lebensverhältnisse nur sehr langsam. In den Statistiken liegen wir nach wie vor stets an letzter oder vorletzter Stelle. In meinem Herzen klingt nach, was eine über hundertjährige Ordensschwester in ihrem Bett zu mir sagte: "Ihr Besuch hat mir sehr gut getan." Sie dort zu besuchen und kennenzulernen hat auch mir sehr gut getan. Ein andermal hoffe ich, die Gruppen und Freunde besuchen zu können, wo dies bisher noch nicht möglich war. Ganz herzlich danke ich allen, die diesen Brasilienbrief zusammenstellen und an alle verteilen, die im Lauf dieser Jahre die Arbeit unserer Diözese unterstützt, ja oft erst ermöglicht haben. Ich rufe den Segen Gottes auf Sie herab und wünsche Ihnen ein frohes Weihnachtsfest und sein gesegnetes Neues Jahr. In Hochschätzung Ihr Dom Sebastião Bandeira - Bischof von Coroatá - Bitte lesen Sie auch "Der Maler unseres Titelbildes".
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